ONE WORLD MUSIC STARS

ab  April 2024

Kurzbeschreibung
Wir wollen musikalisch talentierte Jugendliche im Alter von 16 – 22 Jahren, mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund, mit sozialen Problemen, geringen Bildungschancen aus sozialen Brennpunkten und aus allen Bonner Stadtteilen über unser Projekt ONE WORLD MUSIC STARS begeistern, ihre Potenziale weiterzuentwickeln und vom Miteinander zu profitieren. In aufeinander aufbauenden und sich ergänzenden Workshops (z. Bps. Musik-Komposition, Sounddesign, Rhythmus-Schulung, Texte schreiben, Audio- und Videoschnitt, Kameraführung, Vertonung, Lichttechnik und -design, etc.) lernen Jugendliche ihre Vorlieben und Potenziale zu erkennen, sich dadurch zu ergänzen und zu unterstützen. Musikalische und handwerkliche Fähigkeiten werden entwickelt und inhaltliches Wissen in diversen Medienbereichen wird vermittelt. In allen Teilprojekten wird
auf die Projektabsicht den höchsten Wert gelegt. Die Teilprojekte thematisieren den Rassismus, die Diskriminierung und die Gewaltprävention, wodurch Vorurteile abgebaut, und Werte reflektiert werden. Ihre interkulturellen Fähigkeiten werden erweitert, der gesellschaftliche Zusammenhalt wird gestärkt und das Miteinander wird gefördert.
 
Handlungsbedarf vor Ort

Damit Jugendliche mit verschiedenen sozialen Hintergründen zueinander finden und voneinander profitieren, ist dieses Projekt im Bonner Raum von großer Wichtigkeit. In Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Migranten und Geflüchteten (wie z. Bsp. Tannenbusch, Bad Godesberg und dem Bonner Norden) wollen wir genau so stark Jugendliche anwerben, wie in Stadtteilen mit geringerem Anteil (Innenstadt, Südstadt). Die vielfältige Gruppe wird dadurch automatisch eine fruchtbare Dynamik entwickeln: So können z. Bsp. die Jugendlichen mit Migrations- und Fluchthintergrund ihre Empfindungen und Erlebnisse zu den Themen Rassismus und Diskriminierung äußern, mit anderen diskutieren und in den musikalischen Diskurs durch das Schreiben von Texten bringen. Jugendliche mit anderem sozialen Hintergrund können dann den empathischen Part übernehmen. Das Gleiche gilt umgekehrt, denn manche deutsche Jugendlichen trauen sich nicht auf Fremde zuzugehen, weil sie vielleicht negative Erlebnisse mit Jugendlichen hatten, die aus einem anderen Land kamen oder hier wegen sozialer Ursachen und mangelnder Partizipationsmöglichkeiten isoliert leben.
Da viele Familien mit Migrations- und Fluchthintergrund unter ihren Landsleuten bleiben, fällt es den Kindern dieser Familien häufig schwer, sich autonom in der pluralen Gesellschaft zu bewegen. Die Corona-Pandemie hat es verstärkt, dass Jugendliche sich nicht mehr begegnen konnten und besonders die Jugendlichen mit Migrations- und Fluchthintergrund haben darunter gelitten, da sie bereits vor der Pandemie isolierter waren als andere ihres Alters. Es fiel Jugendlichen schwerer, sich aktiv zu beschäftigen oder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Projektidee
Unsere Idee ist, musikalisch talentierte und medial affine Jugendlichen im Alter von 16 – 22 Jahren aus unterschiedlicher Herkunft und Sozialisation niederschwellig zusammenzubringen und, nebst der Förderung der musikalischen und sprachlichen Weiterentwicklung, auch die positive Prägung ihrer menschlichen Haltung und ihrer Werte durch die Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und Gewaltprävention zu initiieren und weiterzuentwickeln.
Das gemeinsame Interesse und der gemeinsame Spaß am Projekt bewirken, dass der Prozess in der Zielgruppe symbiotisch, autonom und automatisch abläuft.
Drei Experten, mit relevanter Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen in den Fachgebieten, werden die Gruppen anleiten und Impulse setzen.
In aufeinander aufbauenden und sich ergänzenden Teilprojekten werden die Jugendlichen ihre Talente und Potenziale in das Projekt einbringen und lernen durch das gemeinsame Wirken, wie sie einen Song und ein Video von A-Z professionell kreieren und produzieren. Hierbei werden inhaltlich die Biografien der Teilnehmer*innen mit ihren eigenen Erfahrungen stark in die Produktion einfließen und der gegenseitige Austausch darüber in Gang gebracht, wodurch das Empathievermögen der Jugendlichen verbessert wird und die Offenheit für Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund entsteht, z. Bsp. für Geflüchtete Muslime. Indem sie ihre Migrationserfahrung mit einbringen, sensibilisieren sie für ihre individuellen Lebensgeschichten.
Ihre Perspektive auf ihre musikalische Entwicklung und Berufsfindung wird durch die selbst wahrzunehmenden Fortschritte geschaffen und visualisiert. Durch die Möglichkeit
zukünftig ehrenamtlich als Mentor*innen zu fungieren, werden den Akteur*innen methodische Vorgehensweisen vermittelt und das Benutzen didaktischer Werkzeuge eingeübt. Somit werden ihre pädagogischen Fähigkeiten entwickelt und sie lernen ihr Wissen auf Augenhöhe zu teilen.
Die Endprodukte aller 3 Projektjahre (3 ONE WORLD SONGS und dazu 3 Videos) sollen die Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und Gewaltprävention widerspiegeln, das humanistische Bewusstsein fördern und für Toleranz, Respekt und Nächstenliebe stehen. Nebst der Vermittlung von handwerklichem und inhaltlichem Wissen, wird vor allem die Gruppendynamik gefördert und ein Prozess des Verständnisses füreinander kultiviert, sodass Vorurteile und Stereotype abgebaut werden und die gegenseitige Akzeptanz gestärkt wirkt.
Über das Begegnungsformat hinaus werden nachhaltige Kontakte entstehen, die den Jugendlichen ermöglichen ihr Netzwerk auszubauen und weitere Fortschritte zu machen.
Umsetzungsmaßnahmen:
Jedes Projektjahr durchlaufen 10 neue Teilnehmer*innen den gleichen Prozess, sodass alle Teilnehmer die gleichen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt bekommen. Zu Projektbeginn eines jeden Projektjahres findet in den ersten 3 Monaten die Akquise der Teilnehmer*innen durch die Projektleitung statt. Im vierten Monat findet an 2 Mittwochen die Auswahl der Teilnehmer*innen durch ein Casting mit kleinem Publikum auf der Bühne der Musikkneipe Session statt. Ab Mai werden die Jugendlichen in 5er-Gruppen parallel die 6 Sound- und Videomodule à je 12 Samstage durchlaufen und sich im Modul (Sound und Video) am gleichen Tag abwechseln, um auf dem gleichen Wissensstand zu sein und um den Jugendlichen Abwechslung zu bieten.
Am Jahresende werden die Jugendlichen auftreten und das Projektergebnis (ONE WORLD SONG mit Video) wird in einer Veranstaltung dem Publikum präsentiert und medial verbreitet.
Jedes Jahr entsteht eine eigene Radiosendung und ein Podcast durch die Jugendlichen und wird über Radio Bonn Rhein Sieg durch die Medienwerkstatt Bonn ausgestrahlt werden.
Die Jugendlichen werden sich gegenseitig bei der Projektarbeit aufnehmen und filmen und ihre eigene Projektdokumentation erstellen (Audio, Video, Podcast).
Gäste, die die Jugendlichen begeistern und respektieren, werden für den Diskurs, das Empowerment und die Freude am Projekt eingeladen (z. Bsp. Rap-Sänger, Jugend-Coaches, Sportler, Redakteure, etc.) aus dem Bonner Raum.

Musik- und Soundproduktion in Gruppen à 5 TN
1. Einführung Musikproduktion:
Vermittlung der nötigen Kenntnisse u. Fertigkeiten
2. Grundskelett des Songs:
Strukturvorgabe (Intro, Refrains, Bridges, Instrumental), Findungsphase (Beats-Vorschläge diverser Musikgenres), Songaufbau (cord-progression (Akkordabfolge), melody (Melodie), lyrics (Text))
3. Produktion:
Auswahl Klänge/sounds (Klavier, Streicher, etc.), Einspielen der Elemente in Cubase (Pianoparts, Gitarrenparts, beats, etc.), Texte schreiben und fertigstellen, Aufzeichnung vocals (Stimmen)
4. Schnitt:
Auswahl und Schnitt
5. Abmischung der Spuren:
Wahl der Effekte, Klangbearbeitung
6. Mastering des End-Mixes:
Finale Bearbeitung

Videoproduktion in Gruppen à 5 TN
Teil Eins: Hier wird es um allgemeine Aspekte des Filmemachen gehen und um die Technik die benötig wird, um einen Film zu drehen:
I. Kennenlernen der Technik
II. Was ist ein Film
III. Welche Kriterien soll ein Film erfüllen?
IV. Welche stilistischen Mittel stehen mir zur Verfügung?
V. Wie filme ich mit meinem Kamera/Smartphone richtig?
VI. Licht und Ton bei Aufnahmen mit dem Kamera/Smartphone
Teil Zwei: Hier wird praktisch mit den Kameras gearbeitet und Raum geschaffen werden, um auf Fragen einzugehen:
I. Ein-/Ausschalten der Kamera
II. Zoom, Fokus, Iris
III. Weiß-Abgleich
IV. Voreinstellungen
V. Tipps und Tricks
Teil Drei: Hier wird weiterhin praktisch mit Kameras gearbeitet. Der Fokus wird auf das Storytelling gesetzt:
I. Was sind sinnvolle Aufnahmen
II. Perspektiven Workshop, Musikvideo
III. Schwenk
IV. Aufnahmen mit Bewegung
Teil Vier: Das Material gesichtet und aussortiert. Es werden Metadaten geschaffen, um das Material im Programm verarbeiten zu können:
I. Materialsichtung
II. Umbenennung des Materials
III. Nutzung von Metadaten
Teil Fünf: Das aufgenommene Material wird im Programm verarbeitet. Hier wird der Schwerpunkt auf den Schnitt gesetzt:
I. Programm kennenlernen: Final Cut oder Da Vinci Resolve
II. Mediatheken anlegen und speichern
III. Arbeiten an einer Timeline
IV. Wie füge ich Bilder zusammen
V. Schnitt auf Musik
VI. Schnitttechniken und Übergänge
Teil Sechs: Das Zusammenfügen von Bild und Ton, das Rendern und exportieren der Dateien:
I. Tonspur und Videospur zusammenlegen
II. Farbkorrektur
III. Rendern des Materials
IV. Speicher, ablegen und exportieren

Wirkung und Zielsetzung
Nebst inhaltlichem Wissen wird vor allem Fokus auf die Gruppendynamik, die Persönlichkeitsentwicklung und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Jugendlichen gelegt. Jugendliche bringen heutzutage durch die rasante technische Entwicklung immer mehr Medienkompetenzen von klein auf mit, wenn sie die Mittel und die häuslichen Voraussetzungen erhalten. Daher besteht grundsätzlich ein Wunsch in medialen Segmenten mithalten zu können und sich zu messen.
In Gruppenarbeit erkennen die Jugendlichen ihre Vorlieben und Potenziale und lernen sich dadurch zu ergänzen und zu unterstützen. Sie bauen Ihre Vorurteile ab, Werte werden reflektiert und ihre interkulturellen Fähigkeiten werden gefördert und erweitert. Sie haben Gelegenheit ihre musikalischen und handwerklichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sich inhaltliches Wissen in diversen Musik- und Medienbereichen anzueignen.
In allen Teilprojekten wird auf die Projektabsicht den höchsten Wert gelegt – Rassismus, Diskriminierung und Gewaltprävention sind vordergründig die Themen, mit denen sich die Jugendlichen auseinandersetzen, dann reflektieren und in die musikalische Umsetzung bringen.
Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben ihre Kompetenzen so weit wie möglich auszubauen. Dazu werden die Teilprojekte konzeptionell mit den jeweilig zu vermittelnden Inhalten und benötigten Materialien ausgearbeitet. Wir achten sehr darauf, dass die Jugendlichen durch Zielsetzungen, die gut erreichbar sind, motiviert bleiben und gemeinsamen Spaß am Projekt behalten.
Eine der Zielsetzungen ist das Erstellen der drei ONE WORLD SONGS mit dazugehörigen professionellen Videos, indem die Jugendlichen pro Jahr einen Song zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und Gewaltprävention komponieren als auch produzieren, sodass am Ende des dritten Projektjahres die 3 Songs mit den Videos präsentiert werden können. Die Songs mit den dazugehörigen Videos werden des Weiteren zu ONE WORLD HYMNEN unseres Vereins und sollen auf dem dann wieder geplanten ONE WORLD FESTIVAL BONN gespielt werden als auch bei weiteren Veranstaltungen dem Publikum beweisen, was die ONE WORLD MUSIC STARS so wunderbar geschaffen haben.
Durch die eigens erstellte Projektdokumentationen und die geplanten Radiosendungen sehen die Jugendlichen ihren eigenen Erfolg bereits in Etappen vor dem Projektende und können sich durch die kritische Auseinandersetzung noch weiter in ihrem Selbstwirken optimieren.
Auch wollen wir „außer der Reihe“ etwas Gemeinsames in der Natur unternehmen, um das Gruppengefühl zu stärken und einmal in einem anderen Umfeld zusammenzukommen. Die Aktivitäten können sich die Teilnehmer*innen dann aus mehreren Vorschlägen selbst aussuchen (z. Bsp. eine musikalische Wanderung, der Besuch einer jungen Band im Proberaum (Musikakademie Bonn oder/und Rock- und Pop Akademie Bonn-Bad Godesberg, etc.) und sie können natürlich auch selbst Wünsche äußern.
Wir sind überzeugt, dass sich durch den Kompetenzzuwachs auch gute Chancen in anderen Lebensbereichen eröffnen, wie z. Bsp. die Aufnahme anderer ehrenamtlicher Tätigkeiten, einer Ausbildung oder eines Studiums.

Fortbestand des Projekts und Nachhaltigkeit
Nach dem ersten Projektjahr sind die Jugendlichen befähigt als Mentor*innen neu dazu gekommenen oder förderbedürftigen Teilnehmer*innen ihr angeeignetes Wissen weiterzugeben und ihre gewonnenen sozialen Kompetenzen anzuwenden.
Bestenfalls entwickeln die Jugendlichen ein so starkes Interesse, dass sie in der Musikbranche oder/und im Mediensektor eine Ausbildung oder ein Studium anstreben.
Die entstandenen musikalischen und visuellen Werke werden weiterhin bei verschiedenen Veranstaltungen und online publiziert und zur Akquise neuer Fördermittel eingesetzt. Durch den Kontakt zur WDR Lokalzeit Bonn sollen unsere ONE WORLD MUSIC STARS die breite Öffentlichkeit erreichen.
Ebenso ist es geplant aus den insgesamt 30 Jugendlichen eine ONE WORLD BAND oder ein ONE WORLD ORKESTAR zu formen, damit die Jugendlichen dann weiterhin gemeinsam komponieren, proben und auftreten. Für ihr Wachstum werden sie von unserem Verein weiterhin die nötige Fördergeldakquise, die organisatorische und logistische Unterstützung als auch die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für Aktionen, Workshops, Weiterbildung, Konzert-Auftritte und Tourneen erhalten.